Ganzbein-Stehaufnahme

Die Belastungslinie (mechanische Achse) zeigt dass die Belastung hauptsächlich über die Innenseite des Kniegelenkes übertragen wird

Ganzbeinstehaufnahme (präoperativ) Belastungslinie läuft wie die Belastung durch den inneren Gelenkanteil. Bei der präoperativen Planung wird berechnet um wieviel Millimeter der Unterschenkel nach aussen verschoben werden muss um das schöne postoperative Ergebnis zu erzielen siehe oben. Mit einer sogenannten Umstellungsosteotomie lassen sich nicht nur X - und O-Beine korrigieren. Auch bei anderen Knieerkrankungen, die mit einer ungleichen Lastenverteilung zwischen Gelenkinnen- und –aussenseite einhergehen (z.B. bei Knieverletzungen nach Meniskusschaden), sollten mit einer Umstellungsosteotomie wieder regelrechte Achs- und Belastungsverhältnisse geschaffen werden, um der weiteren Entwicklung einer Arthrose vorzubeugen. Eine Achskorrektur kann dadurch erreicht werden, dass eine Seite abgesenkt wird oder die andere Seite erhöht wird. Man unterscheidet daher die sogenannte Closed-wedge Technik (zuklappend), bei der ein Knochenkeil entfernt wird, von der Opening wedge Technik (öffnend). In beiden Fällen wird der operierte Bereich mit Platten und Schrauben fixiert, bis der Knochen - wie nach einem Bruch - wieder geheilt ist. Durch die in den letzten Jahren entwickelten sogenannten winkelstabilen Platten ist eine grössere Stabilität mit gleichzeitig erhöhter Berücksichtigung der biologischen Knochenheilung erzielt worden. Erst die detaillierte, individualisierte Analyse der Beingeometrie nach einer Röntgendarstellung des gesamten Beins erlaubt zu entscheiden, wo die Korrektur erfolgen muss. Eine Umstellungsosteotomie zeigt die besten Ergebnisse, wenn der Knorpelverschleiss noch nicht allzu weit fortgeschritten ist. Vor der Korrektur empfiehlt es sich immer eine Spiegelung des Kniegelenkes durchzuführen, um die Tragfähigkeit des bisher wenig beanspruchten Knorpels zu überprüfen und ggf. bestehende Meniskusschäden und Knorpelschäden weitestgehend zu beheben. Ist der Verschleiss zu weit fortgeschritten hilft wirklich nur noch die Prothese. In beiden Fällen d.h. bei einer Achskorrektur oder beim künstlichen Kniegelenk ist jedoch mindestens eine Arbeitsunfähigkeit bzw. geminderte Belastbarkeit für die Dauer von 6-8 Wochen zu erwarten.